Wenn am Gotthard die Blechlawine steht, weichen erfahrene Reisende oft auf eine andere Route aus: die A13 über den San Bernardino. Sie verbindet die Ostschweiz mit dem Tessin und ist damit die wichtigste Alternative zur meistbefahrenen Alpentransversale des Landes. Wer sie kennt, hat bei Stau oder Sperrung am Gotthard eine echte Option in der Hinterhand — auch wenn der Umweg seinen Preis in Kilometern hat.
Eine zweite Verbindung in den Süden
Die A13 beginnt bei St. Margrethen am Bodensee, führt über Chur durch das Hinterrheintal, quert den San Bernardino und erreicht bei Bellinzona das Tessiner Talbecken. Damit erschliesst sie eine ganz andere Landesgegend als der Gotthard: Statt durch das Reusstal und Urserental führt die Strecke durch Graubünden, vorbei an Thusis und dem Domleschg, hinauf zur Passhöhe und hinunter ins Misox.
Für die Ostschweiz und Graubünden ist die A13 damit die naheliegendste Verbindung Richtung Süden — deutlich direkter, als über das Mittelland zum Gotthard zu fahren. Für den übrigen Verkehr aus dem Mittelland bleibt sie in erster Linie das, was sie am bekanntesten macht: die Ausweichroute, wenn am Gotthard nichts mehr geht.
Der San-Bernardino-Strassentunnel
Kernstück der Passage ist der San-Bernardino-Strassentunnel, der die Passhöhe auf rund 6,6 Kilometern unterquert und die Verbindung ganzjährig sicherstellt. Die Passstrasse über den San Bernardino selbst führt weiterhin über den Pass und bietet in der schneefreien Jahreszeit eine attraktive, kurvenreiche Alternative mit Aussicht — im Winter ist sie jedoch häufig gesperrt, sodass der Verkehr dann ausschliesslich durch den Tunnel geführt wird.
Damit übernimmt der Tunnel eine ähnliche Funktion wie der Gotthard: Er entkoppelt die Verbindung von Schnee und Lawinengefahr auf der Passhöhe und macht sie zur verlässlichen ganzjährigen Route zwischen Graubünden und dem Tessin.
Wenn der Gotthard steht, führt der Umweg über den San Bernardino oft schneller ans Ziel.
Ausweichroute bei Gotthard-Stau
Ihre grösste Bekanntheit verdankt die A13 der Rolle als Alternative zum Gotthard. Steht der Verkehr auf der A2 vor Göschenen oder ist der Gotthard-Strassentunnel gesperrt, empfiehlt sich für Reisende aus der Ostschweiz oder dem Grossraum Zürich häufig ein Ausweichen über Chur und den San Bernardino. Der Umweg ist spürbar — meist eine gute Stunde mehr Fahrzeit gegenüber der direkten Strecke über den Gotthard —, kann sich aber lohnen, wenn am Gotthard mehrstündige Wartezeiten drohen.
Wichtig dabei: Auch die A13 ist keine leere Strecke. An besonders staureichen Gotthard-Tagen wählen so viele Reisende die Alternative, dass auch der San Bernardino spürbar mehr Verkehr trägt als sonst. Wer ausweicht, sollte deshalb ebenfalls mit dichterem Verkehr rechnen — nur eben ohne den Rückstau vor dem Nordportal.
- Vorab vergleichen: Das ASTRA veröffentlicht aktuelle Wartezeiten für beide Routen — ein Blick vor der Abfahrt lohnt sich.
- Wetterlage im Winter prüfen: Die Passstrasse über den San Bernardino kann bei Schnee gesperrt sein; der Tunnel bleibt dann die einzige Option.
- Pausen einplanen: Die Strecke durch das Hinterrheintal bietet mehrere Rastplätze für eine Verschnaufpause.
- Rettungsgasse bilden: Auch auf der Ausweichroute gilt bei stockendem Verkehr die Pflicht zur Rettungsgasse.
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